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REVIEW — TRETTMANN – #DIY

Es ist Sonntag, ich lieg in meiner obergeilen Badewanne, habe Kerzen an und höre… TRETTMANN!

Klingt irgendwie komisch oder?

Dann hört doch einfach mal in das Album #DIY !

Auf harte Schlagzeugsolos oder emotionale Superschnulzen hab ich kein Bock, also muss Tretti ran. Mehr als nur „knöcheltief im Wasser“ tipp ich also mal los!

Natürlich ist es keine Musik, um vollkommen auszurasten oder in Selbstmitleid zu versinken, jedoch um sich mal bisschen selber zu feiern und sich klar zu machen, wie gut es einem doch eigentlich geht. Mit seinen seichten Melodien und den zielgenauen Bässen eröffnet er eine Art Klangbett für seine markante Art und Weise zu rappen.

In seinem Song ‚Grauer Beton‘ wird am besten verdeutlicht, was Trettmann (Stefan Richter) künstlerisch gesehen eigentlich auf der Kirsche hat.

Schwere Texte aus vergangenen Tagen dürfen durch ihn Leichtigkeit erfahren und entwickeln sich zu einem Rückblick.

 

Wie Raf Camora bereits in seinem Song ‚Primo‘ von der Platte ‚Anthrazit‘ erwähnt hat, klingt das alles verdammt nach Coco Jambo Sound. So verwendet auch Tretti diesen Klang und das insbesondere in dem Lied ‚Gottseidank‘. Jetzt ratet mal, wer bei diesem Lied sein Senf dazu gibt?

Raf Camora und Bonez MC.

Diese Kombo scheint ja gut zu funktionieren, denn bereits im Erfolgsalbum ‚Palmen aus Plastik‘, was bereits Platinstatus erreichte, verhalf Trettmann den beiden, um diesen Special-Sound zu verbreiten. PLATIN! Ihr wisst was das heißt oder? Von dem Ding wurden einfach mal über 200.000 Stück verkauft. Das muss man als Künstler erstmal nachmachen. Nun gut zurück zum Protagonisten.

Im Internet kann man lesen, dass er ein Tag nach dem Tod von Bob Marley geboren sei…die neumoderne Bob Marley Version hat in Trettmann die Reinkarnation gefunden oder was soll uns das sagen?

Wer weiß das schon? Sein Erfolgsweg ist definitiv gegeben.

Was manche unter uns vielleicht noch nicht wussten ist, dass der Herr schon vor diesem Album musikalisch existierte. Währenddessen ich heißes Wasser nachlasse, könnt ihr euch den Sachsen Ronny Trettmann mal reinziehen.

Machen wir doch mal weiter im neuen Album.

Noch ein bekannter Künstler in der Szene zeigt sich…das erratet ihr nie! Marteria!

Ja, man! Ich hab es doch auch nicht erwartet. Als ich ‚Fast Forward‘ das erste Mal gehört habe, musste ich zunächst meine Stirn runzeln, weil ich diese Kombination nun mal so gar nicht erwartet hätte. Doch gerade diese Kontraste der Stimmen sind interessant und lassen es zu einem Gute-Laune-Song werden. Gute-Laune-Song klingt irgendwie ziemlich altbackend, aber ihr wisst, was ich meine.

Gehen wir doch einfach weiter zum Song ‚Geh ran‘.

Jetzt kaspern wir das Ding mal auseinander! Ihr solltet nun genau hinhören. Trettmann offenbart uns, dass ein Freund von ihm gegangen ist. Am Anfang hab ich den Text gar nicht so im Kopf mitgeschnitten, aber irgendwann hab ich mich gefragt, wieso denn dieses ganze „geh ran, aber du gehst nicht ran“. Da muss doch mehr dahinter stecken und das macht es ja nun wirklich. Wer kennt das nicht? Ein lieber Mensch verlässt uns und nun dreht sich die Welt trotzdem weiter. In solch einem Moment ist das unerklärlich. Alles geht weiter, hört nicht auf…außer das Leben des Freundes. Trettmanns Stimme trägt uns durch dieses Erlebnis. Der gleichbleibende Beat und die melancholische Melodie versetzen mich in einen nachdenklichen Zustand und schicken mich mit den dazu aufkommenden Texten an den Punkt zurück, an dem ich merkte, dass sich die Welt weiterdreht, obwohl ich es nicht unbedingt wollte. Um das nachzuvollziehen, scrollt euch doch mal zu dem Video vor.

Mit diesem ruhigen Albumende steig ich jetzt mal aus der Badewanne und lass das Album nochmal laufen.

Also Bademantel an und zu Trettmann durch die Bude steppen!

TRETTMANN - Geh ran

TRETTMANN - GRAUER BETON

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